Psychologie und Medizinische Wissenschaften

Projekte isag Hall

Frühe Gangbildveränderungen bei minimal-invasiven Implantationstechniken von Knie-Endoprothesen

Projektleitung: Dr. Michael Liebensteiner, Univ.-Klinik für Orthopädie, Innsbruck

Bei Gonarthrose stellt die Implantation einer Knie-Totalendoprothese ein etabliertes therapeutisches Verfahren dar. In dieser Studie wird geprüft, ob durch minimal-invasive Implantationstechniken für Knie-Totalendoprothesen gegenüber der konventionell implantierten Knie-Totalendoprothese ein besseres klinisches und lokomotives (gemessen an Veränderungen des Gangbilds) Ergebnis erzielt wird und ob dieses in einer frühen postoperativen Phase zu erkennen ist. Weiters wird untersucht, ob bestimmte gang-analytische Parameter mit der konzentrischen Maximalkraft der Kniestreckung korrelieren. Am ISAG werden die Analysen der Maximalkraft der Kniestreckung mittels Contrex® durchgeführt.

Optimierung von Labortestmethoden durch Validierung kinetischer und kinematischer Daten im Laborversuch und unter Trainingsbedingungen

Projektleitung: Dr. Arnold Koller, ISAG und Ass.Prof.Mag.Dr.rer.nat. Christian Haid, Universitätsklinik für Orthopädie

Neuere Untersuchungen zeigen, dass sich die Aktivität einzelner Muskelgruppen beim Laufen auf dem Laufband von der beim Laufen auf dem Rasen, in der Sporthalle, oder auf der Laufbahn deutlich unterscheidet. Aus diesem Grund müssen im Labor erhobene Messdaten kritisch hinterfragt werden. In dieser Studie werden kinetische und kinematische Kenndaten erhoben, mit denen Laboruntersuchungen und Untersuchungen unter Trainingsbedingungen vergleichbar werden. Diese Langzeitstudie dient zur Verbesserung der im Labortest angewandten Testmethoden und zur Optimierung der daraus resultierenden Trainingsempfehlungen. Mit diesen Untersuchungen wird ein Beitrag zur Leistungssteigerung aber auch zur Verletzungsvermeidung in verschiedenen Sportarten geleistet.

Untersuchung der autonomen Kreislaufregulationsstörung mittels Kipptisch Untersuchung bei Leberzirrhose mit portaler Hypertension – prognostische Bedeutung

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Vogel, Universitätsklinik für Innere Medizin II, Projektkoordination am ISAG OA Dr. Barbara Semenitz

Kreislaufregulationsstörungen sind in der Pathophysiologie der fortschreitenden Leberzirrhose von großer Bedeutung und verantwortlich für einen wesentlichen Teil der systemischen Komplikationen. Vorliegende invasive Untersuchungen zur Definition der autonomen Regulationsstörung aus den 70er und 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts legen nahe, dass das Auftreten einer autonomen Regulationsstörung für die Prognose der Lebererkrankung relevant ist.Mit der Kipptischuntersuchung (am ISAG) steht eine nicht invasive Untersuchungstechnik zur Definition der autonomen Regulationsstörung zur Verfügung. Diese Methode ermittelt Herzzeit-/Schlagvolumen, totalen peripheren Widerstand, Kontraktilitätsindex, thorakalen Flüssigkeitsgehalt und die Barorezeptorreflex Sensitivität aus EKG basierter Aufzeichnung der Herzaktion, Blutdruck und peripherem Widerstand. Mittels Spektralanalyse der Herzratenvariabilität wird die sympathische und parasympathische Aktivierung differenziert. Diese diagnostische Methode ist bereits fester Bestandteile der klinischen Routine in Neurologie, Kardiologie und Nephrologie.Vor diesem Hintergrund ergibt sich die Fragestellung, ob die autonome Regulationsstörung mittels Kipptischuntersuchung bei Zirrhotikern nachweisbar ist, ob diese Regulationsstörung mit den konventionellen Prognoseparametern (Child Pugh Score und/oder MELD Score – siehe Anhang) korreliert und ob Interventionen für Komplikationen der portalen Hypertension (Aszitespunktion, TIPS-Implantation) diese Messgrößen verändern.

Thromboseforschung - Reisethrombose

Langstreckenflüge sind mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse assoziiert. Da auch bei langen Bus- und Autoreisen Beinvenenthrombosen entstehen können, wird vermutet, dass die beengte Sitzposition mit einem verminderten venösen Rückstrom aus den Beinen der Hauptauslöser ist. Ziel der laufenden Untersuchungen ist es, eine Aktivierung des Gerinnungssystems sowie das Auftreten von Beinödemen in Zusammenhang mit der Sitzqualität zu analysieren. Im März 2006 fand an der UMIT eine internationale Konsensuskonferenz zum Thema Reisethrombose statt. Die Ergebnisse der 2-tägigen Konferenz wurden kürzlich publiziert.

Licht und Gesundheit im Kompetenzzentrum K-Licht: Einfluss einer supportiven Lichttherapie auf Patienten mit chronischem Rückenschmerz

Projektpartner: Prof. Christian Bartenbach, LichtLabor Bartenbach, Aldrans und OA Dr. Wilhelm Kantner-Rumplmair, Univ.-Klinik für medizinische Psychologie.

Depressionen sind ein essentielles Problem in der zivilisierten Bevölkerung. Licht und Depression hängen eng miteinander zusammen. So ist die Lichttherapie eine anerkannte Maßnahme bei Personen, die unter saisonal abhängiger (SAD) oder nicht-abhängiger Depression leiden. Ferner besteht eine hohe Korrelation von Depression und Rückenschmerzen, wobei depressive Verstimmungen als psychischer Risikofaktor für die Chronifizierung von Rückenschmerzen gelten. Gelänge es, den negativen Verstärker Depression zu reduzieren, hätte dies für die Bevölkerung mit Rückenschmerzen einerseits und das Gesundheitssystem andererseits sehr positive Auswirkungen. Im Rahmen einer multizentrischen Studie wird die Frage geklärt, ob der Faktor „Licht“ bzw. „Beleuchtung“ einen Einfluss auf den Risikofaktor „Depressivität“ beim Patienten mit Rückenschmerzen hat. Die Lichtexposition wird mit einer am Bartenbach Lichtlabor entwickelten, lichttechnisch neuartigen Lichtkabine durchgeführt.

Berlin BedRest Study

Projektpartner: Univ.-Prof. Dr. H.C. Gunga, Zentrum f. Weltraummedizin, Charité, Berlin und Univ.-Prof. Dr. Andrea Griesmacher, Zentrallabor für med. und chem. Labordiagnostik

Verschiedenste Hormone (u.a. ANP, proBNP, VEGF, Erythropoietin) regulieren die Körperflüssigkeiten, Blut- und Gefäßbildung sowie die Blutgerinnung. Während „Bed rest“ (Bettruhe/Immobilisation) ist die Bildung und Ausschüttung dieser Hormone verändert. In der Erholungsphase nach Bettruhe haben diese Hormone entscheidenden Anteil an der Wiederherstellung der physischen Leistungsfähigkeit des Organismus. Die vorliegende Studie will den Zeitgang und das Ausmaß der Dynamik dieses Anpassungsprozesses untersuchen. Die Ergebnisse könnten dazu dienen, auch klinische Fragestellungen der Immobilisation des Menschen insgesamt eingehender zu klären. Das ISAG wurde seitens der Charité-Universität Berlin eingeladen, als Forschungspartner mitzumachen. Die Untersuchungen erfolgen im Rahmen der „Berlin BedRest Study“ (Teil eines ESA-Projekts), bei der sich 24 freiwillige Probanden für 2 Monate in Immobilität (Bettruhe) begeben. Schwerpunkt der Untersuchungen durch das ISAG ist die Analyse der Blutgerinnung durch Bettruhe. Diese Studie stellt ein bislang einmaliges Modell dar, um die Auswirkungen von Immobilisation auf die Blutgerinnung und das potentielle Thromboserisiko zu evaluieren.

Projekt TRAMS (Trekking Related Acute Mountain Sickness)

Projetpartner: Univ.-Prof. Dr. Martin Burtscher, Institut für Sportwissenschaften, LFU, Innsbruck und Hauser Exkursionen GmbH, München, Deutschland

In den letzten Jahren war ein großer Anstieg an Trekkingtouristen in der indischen und nepalesischen Region zu verzeichnen. Die Teilnehmer erkunden häufig im Rahmen spezieller „Kultur-Treks“ die Gegend mittels einer Kombination aus Busfahrt, Sightseeing und Wandern. Viele der Trekkting-Touristen leiden unter den Symptomen der Akuten Bergkrankheit (Acute Mountain Sickness; AMS). Diese Personengruppe würde von einem nicht invasiven und benutzerfreundlichen Hilfsmittel zur Diagnose der Höhenkrankheit profitieren. Aufgrund der für die AMS unterschiedlichen Reaktionsmuster auf Hypoxie (Sauerstoffmangel) könnte sich die Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung (SaO2) gut für diese Zwecke eignen. Die bisher zu diesem Thema durchgeführten Studien liefern jedoch widersprüchliche Ergebnisse. In unserer Studie soll durch Messungen der Sauerstoffsättigunh während der ersten acht Tage in großer Höhe ein möglicher Zusammenhang von Sättigung des Blutes mit Sauerstoff und dem Lake Louise Score (LLS; Fragebogen zur Erhebung der AMS) aufgezeigt werden. Hauser Exkursionen unterstützt dieses Forschungsprojekt des ISAG durch die Einbeziehung ihrer Trekkingkunden in die Studie.

Gesundheitstouristisches Projekt mit den Tiroler Wanderhotels