Public Health, Versorgungsforschung und HTA

News & Highlights

Prostatakrebsfrüherkennung: Studie von Tiroler Wissenschaftlern spricht für ein differenziertes Vorgehen

Eine von Forschern der Tiroler Health and Life Sciences Universität UMIT, des Oncotyrol-Zentrums, der Medizinischen Universität Innsbruck und der Universität Toronto im „BMC Public Health“ publizierte Simulationsstudie wirft ein kritisches Licht auf Untersuchungen zur Früherkennung von Prostatakrebs und beleuchtet deren Nutzen und Risiken.

„Wie die meisten medizinischen Verfahren können Früherkennungsuntersuchungen nicht nur Chancen sondern auch Risiken mit sich bringen. Dies rückt zunehmend in das Bewusstsein der Bevölkerung.“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Uwe Siebert, Leiter des Departments für Public Health, Versorgungsforschung und Health Technology Assessment an der UMIT. Ein wesentliches Risiko der Prostatakarzinomfrüherkennung besteht in der Überdiagnose und Übertherapie. Darunter versteht man die Diagnose und Behandlung von klinisch unbedeutenden Tumoren, die zu Lebzeiten keine Beschwerden verursachen und ohne eine gezielte Früherkennungsuntersuchung nicht entdeckt werden.

Derzeit existiert leider noch keine zuverlässige Methode, um klinisch unbedeutende von klinisch relevanten Tumoren zu unterscheiden. Infolgedessen kann es vorkommen, dass  auch klinisch unbedeutende Tumoren behandelt werden, was die betroffenen Patienten unnötigen und leider nicht seltenen Langzeitkomplikationen wie Impotenz, Inkontinenz und Darmbeschwerden aussetzten kann.

Das von den Forschern im Rahmen eines Oncotyrol-Forschungsprojekts für personalisierte Medizin entwickelte Simulationsmodell errechnet die positiven und negativen Auswirkungen der Früherkennungsuntersuchung auf die Lebenszeit und Lebensqualität der teilnehmenden Männer und analysiert unter welchen Gegebenheiten der mögliche Schaden der Früherkennungsuntersuchung den möglichen Nutzen überwiegt. Projektkoordinator Ass.-Prof. Dr. Nikolai Mühlberger fasst die Studienerkenntnisse wie folgt zusammen: „Die Ergebnisse unserer Studie weisen darauf hin, dass die Teilnahme an den Früherkennungsuntersuchungen das Risiko an Prostatakarzinom zu versterben verringert und die Lebenserwartung der an der Untersuchung teilnehmenden Männer verlängert. Bei gleichzeitiger Berücksichtigung der Auswirkungen der Früherkennungsuntersuchung auf die Lebensqualität ergibt sich allerdings, dass vorwiegend Männer mit einem erhöhten familiären Prostatakarzinomrisiko von der Früherkennung profitieren, während bei Männern mit durchschnittlichem Risiko der Gesamtschaden durch die Früherkennung überwiegen kann. Darüber hinaus ergab unsere Modellrechnung, dass der Nutzen der Früherkennung bei Männern mit erhöhtem Risiko auch sehr stark von ihrer eigenen Bewertung der möglichen behandlungsbedingten Nebenwirkungen abhängt.“

Die ungünstige Nutzen-Schaden-Bilanz der Früherkennungsuntersuchung bei Männern mit nicht erhöhtem Prostatakarzinomrisiko begründet sich vor allem durch ein höheres Risiko der Überdiagnose in dieser Gruppe. Nach Schätzungen der Studie würden bis zu 8 von 10 durch die Früherkennungsuntersuchung entdeckte Tumoren zu Lebzeiten keine Beschwerden verursachen, wogegen das Verhältnis bei Männern mit erhöhten familiären Risiko bei 6 von 10 liegt. „Das Dilemma ist, dass man unmöglich vorhersagen kann ob es sich bei einer Tumordiagnose um einen Fall von Überdiagnose handelt oder nicht. Bei der Früherkennungsuntersuchung diagnostizierte Männer müssen sich also bewusst für oder gegen eine in ihrem Fall möglicherweise unnötige und risikobehaftete Behandlung entscheiden. Diese Entscheidung sollte nur in Kenntnis der potentiellen Chancen und Risiken getroffen werden.“, betont Ass. Prof. Dr. Nikolai Mühlberger.

Ein zunehmend propagierter Ansatz zur Verringerung unnötiger Behandlungsrisiken ist die sogenannte „aktive Beobachtung“ bei der in einem Frühstadium entdeckte Tumoren zunächst nur beobachtet und erst bei festgestelltem Fortschreiten behandelt werden. Auch dieser Ansatz wurde in Rahmen der aktuellen Simulationsstudie analysiert. Dabei konnte gezeigt werden, dass aktive Beobachtung durchaus auch zu einer Verschlechterung des Nutzens der Früherkennung beitragen kann, insbesondere wenn notwendige Behandlungen über ein bestimmtes Maß hinausgeschoben werden. Demzufolge erfordert auch aktive Beobachtung ein risikoadaptiertes Vorgehen und eine sorgfältige Wahl der Kriterien für den Behandlungsbeginn.

Die urologischen Experten im Forschungsteam, Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger und Univ.-Prof. Dr. Helmut Klocker, sehen in der Studie einen wichtigen Beitrag zum bedachteren Einsatz der Prostatakarzinomfrüherkennung. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Horninger, der Leiter der Abteilung für Urologie an der Medizinischen Universität Innsbruck erklärt: „Die Studie verdeutlicht das Problem der Überdiagnose und zeigt die Abhängigkeit des Nutzens der Prostatakarzinomfrüherkennungsuntersuchung von persönlichen Risikofaktoren und Bewertungen. Sie leistet damit einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenaufklärung und dem gezielteren Einsatz der Früherkennungsuntersuchung, die uns allen am Herzen liegt.“

Für Rückfragen kontaktieren Sie bitte: Prof. Dr. Uwe Siebert,
public-health@umit.at, Tel.: +43-50-8648-3930


Weiterbildung im Bereich Open Innovation in Science

Am Freitag, den 21.04.2017 war die Abschlussfeier für die erste Weiterbildung im Bereich Open Innovation in Science. Wir gratulieren herzlich unserer Mitarbeiterin Ass.-Prof. MMag. Dr. Elisabeth Nöhammer zum erfolgreichen Abschluss. 

Weitere Informationen finden Sie HIER

LOIS - Closing Event Celebration of Openness

The LBG celebrated the completion of its pioneer training program LOIS – Lab for Open Innovation in Science at k47. LOIS faculty and participants shared their experiences and provided insight into the uniqueness of the program.

State Secretary Harald MahrerMarkus Nordberg of CERN, Ulrike Schmidt of the Max Planck Institute of Psychiatry and Marion Poetz, Scientific Director of the LOIS were among the special guests.

The next LOIS will start in May 2018 – more info soon at: ois.lbg.ac.at!

January 25, 2016

Joint Action Programme EUnetHTA - Joint Action 3 (2016-2019)

Das Institut für Public Health, Medical Decision Making und Health Technology Assessment (IPH) der UMIT nimmt im Rahmen der Joint Action Programme der Europäischen Union (EU) am European Network for Health Technology Assessment (EUnetHTA) Joint Action 3 (JA3) teil (2016-2019). Joint Action Programme der EU unterscheiden sich von anderen von der EU geförderten Projekten. Es handelt sich hier um eine länderübergreifende Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten, bei der die teilnehmenden Partnerinstitutionen von den entsprechenden Behörden der Mitgliedstaaten ernannt werden müssen.

Die UMIT wurde vom Bundesministerium für Gesundheit in Österreich für diese JA3 benannt. Das IPH hat bereits an Joint Action 1 (2010-2012) und an Joint Action 2 (2012-2015) teilgenommen und war dort maßgeblich an der Weiterentwicklung der Berichtsstruktur des EUnetHTA HTA Core ® Model und der Methodik der Erstellung von HTA-Berichten beteiligt. „In dieser JA3“, erklärt Dr. Petra Schnell-Inderst, die Leiterin der Arbeitsgruppe Health Technology Assessment am Institut, „wird das IPH an Arbeitspaketen zur gemeinsamen Produktion von HTA-Berichten durch mehrere EU-Länder und zu wissenschaftlichen Werkzeugen mitarbeiten.“ „Wir freuen uns, nun bereits in der dritten Phase maßgeblich an der Joint Action dieses wichtigen europäischen Netzwerks mitzuwirken, und damit zu qualitativ hochwertigen Standards, besser informierten Entscheidungen und einer effizienteren Nutzung der HTA-Ressourcen im europäischen Gesundheitssystem beitragen zu können“, fügt Departmentleiter Univ.-Prof. Dr. Uwe Siebert hinzu.

Weblinks: EUnetHTA: http://www.eunethta.eu EUnetHTA HTA Core ® Model:
(http://eunethta.eu/sites/5026.fedimbo.belgium.be/files/HTACoreModel3.0.pdf)

Methodik der Erstellung von HTA-Berichten (Methodenleitlinie für Medizinprodukte):
http://www.eunethta.eu/outputs/wp7-sg3-therapeutic-medical-devices-guideline 

September 26-27, 2016
International Conference "Healthcare in Europe - A Safe Haven?

In Kooperation und mit Unterstützung der Medizinischen Universität Innsbruck + 'ethucation' (MUI), der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (LFUI), dem Management Center Innsbruck (MCI) sowie der European Association of Health Law (EAHL) organisieren Magdalena Flatscher-Thöni und Verena Stühlinger vom Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA (UMIT) eine internationale Konferenz in Innsbruck zum Thema "Healthcare in Europe - a safe haven? 'Standard of care' from a multidisciplinary perspective".

Mit international ausgewiesenen Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen soll über Standards in der Gesundheitsversorgung und Fragen des Zugangs zu Gesundheitsdienstleistungen in Europa diskutiert werden. Univ.-Prof. Dr. Herbert Tilg (Universitätsklinik für Innere Medizin I, Innsbruck inneremed1.tirol-kliniken.at/page.cfm?vpath=index) wird zum Thema "Choosing wisely: Über- und Unterversorgung als Herausforderungen moderner Medizin" sprechen. Dr. Ineta Ziemele, von 2005-2015 Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (www.echr.coe.int), wird über den Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen vor dem Hintergrund der Europäischen Menschenrechtskonvention sprechen.

Call for papers: bis zum 15. Mai 2016 können Abstracts für Präsentationen eingereicht werden. Nähere Informationen dazu finden sich am Konferenz-Flyer unter: http://standardofcare2016innsbruck.mci.edu/data/images/160302_Einladungsflyer_V3.pdf

March 15, 2016
Antrittsvorlesung Univ.-Prof. Dr. Harald Stummer 

Univ. Prof. Dr. Harald Stummer systematisierte in seiner Antrittsvorlesung am 15.3. Herausforderungen im Gesundheitswesen. Fragen des Systems und der Berufsgruppenzuständigkeiten wurden ebenfalls thematisiert wie auch ärtzliches und Patientenverhalten. Etwas über 60 Interessierte, darunter auch u.a. Ärztekammerpräsident Dr. Artur Wechselberger (siehe Foto) disktutierten auch im Anschluss der Veranstaltung noch bis in die Nacht hinein. Präsident Wechselberger kommentierte die Veranstaltung mit "Prof. Dr. Stummer hat in seiner Antrittsvorlesung einen breiten Überblick über die Problemstellung der Gesundheitsversorgung in Österreich gegeben. Besonders interessant waren seine Ansätze für zukunftsträchtige Lösungen abseits der stereotypen und hemmenden Kostendiskussionen." 

October 9, 2015
Ass.-Prof PD Dr. Boese O'Reilly in the PBS NewsHour in the US: Extracting gold with mercury exacts a lethal toll

In Indonesia, the use of mercury in small-scale gold mining has tragic health consequences for those living near mining operations. Toxic plumes and other forms of exposure cause neurological problems, bone deformities, vision loss, deafness and even death. The NewsHour's P.J. Tobia reports in collaboration with photographer Larry C. Price and the Pulitzer Center on Crisis Reporting about the work of UMIT Ass-Prof. PD Dr. Stephan Boese O'Reilly [PBS NewsHour October 9, 2015, 6:30pm EDT].

See Video at: www.pbs.org/newshour/bb/extracting-gold-mercury-exacts-lethal-toll/

April 22-25, 2015
Internationaler Zertifikatskurs bildet HTA-Experten aus

Mit dem zukunftsweisenden Forschungsfeld des Health Technology Assessments, kurz HTA, setzten sich die Teilnehmer eines Zertifikatskurses an der UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol auseinander. Der Kurs „Introduction to Health Technology Assessment“ ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA besteht.

23 Interessierte aus 9 Ländern tauchten in die Grundlagen und Methoden des Health Technology Assessments ein – einem Prozess zur systematischen Bewertung von medizinischen Technologien, Prozeduren, Hilfsmitteln oder Organisationsstrukturen, der evidenzbasierte Empfehlungen zu gesundheitsspezifischen Interventionen formuliert. Untersucht werden dabei Kriterien wie Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten, jeweils unter Berücksichtigung sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Aspekte.

Das internationale Kurspublikum – die Teilnehmer stammten aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Bulgarien, Serbien, Litauen, Albanien, Mazedonien und den USA – vertiefte sein Wissen mithilfe hochkarätig besetzter Vorträge, Fallanalysen, interaktiver Diskussionen und angewandter Computersessions.

January 30, 2015
Sekundärdatenforschung in Tirol erhält Fördermittel aus dem TWF

Anlässlich der Vergabe der Fördermittel des „Tiroler Wissenschaftsfonds 2014“ fand am Freitag, den 30.01.2015, an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck im Kaiser-Leopold-Saal ein Festakt statt, bei dem die heuer erfolgreichen Fördernehmer/innen von Landesrat Bernhard Tilg ihre Förderurkunden überreicht bekamen. Die erfolgreichen UMIT-Antragsteller wurden von Frau Rektorin Prof. Dr. Sabine Schindler anmoderiert und kurz vorgestellt.

Frau Assist.-Prof. Dr. Magdalena Flatscher-Thöni erhielt TWF-Fördermittel für die explorative Studie in Tirol "Ethische und Rechtliche Herausforderungen in der stationären Altenpflege".  Der vorliegende interdisziplinäre Projektantrag ist in Zusammenarbeit mit dem Department für Pflegewissenschaft und Gerontologie, Institut für Pflegewissenschaft (Ass. Prof. Dr. Daniela Deufert) entstanden und spiegelt den interdisziplinären Charakter des Forschungsvorhabens wider.  Durch das Projektteam kann einerseits das notwendige Fachwissen und die methodische Kompetenz, die für ein erfolgreiches Erarbeiten des Forschungsziels notwendig ist, abgedeckt werden. Andererseits reflektiert das Team auch den interdisziplinären Ansatz, der der Themenstellung selbst immanent ist.

Herr Dipl.-Komm.wirt Dr. med. Holger Gothe, stellv. Vorstand des Departments für Public Health und HTA, erhielt TWF-Fördermittel für die gesundheitsökonomische Evaluation des Stroke-Card-Projekts der Medizinischen Universität Innsbruck anhand von Routinedaten der TGKK. Unmittelbar nach der Entgegennahme der Urkunde zeigte sich Dr. Gothe hoch erfreut: "Ich bin sehr froh, dass mit dieser TWF-Förderung die Sekundärdatenforschung in Tirol eine erste Anerkennung erfährt."

Frau Assist.-Prof. Dr. Elisabeth Nöhammer erhielt TWF-Fördermittel für das Projekt "Steuerung von beruflichen E-Mails außerhalb der Arbeitszeiten". Laut Frau Dr. Nöhammer vereinfachen zwar E-Mails den Arbeitsalltag, sie können aber auch zur Belastung werden. Viele Arbeitnehmer/innen bearbeiten berufliche E-Mails auch außerhalb der Arbeitszeit - warum und welche Steuerungsmöglichkeiten hilfreich wären, soll in ihrem Projekt untersucht werden.

Fotonachweis: Christian Wucherer

Continuing Education Program on Health Technology Assessment and Decision Science (HTADS)

The international Continuing Education Program on HTADS is designed to provide excellent quality education and comprehensive training in the key issues of Health Technology Assessment and Decision Science for anyone involved in the health sector. Currently the HTADS Continuing Education Program comprises a Doctoral Program in Health Technology Assessment (HTA) and four certified courses.

The following certified courses take place regularly:

  • M1 - Winter School in Clinical Epidemiology
  • M2 - Introduction to Health Technology Assessment
  • M3 - Modeling Approaches for HTA: A Practical Hands-on Workshop
  • M4 - Causal Inference in Observational Studies and Clinical Trials Affected by Treatment Switching: A Practical hands-on Workshop

For further information about the content of each program and on specific dates, please visit our HTADS website: http://www.umit.at/htads

July 25, 2014
Internationale Auszeichnung für Entscheidungsanalyse geht an Tirolerin

Zum ersten Mal wurde eine Tiroler Forscherin mit dem renommierten „Lee B. Lusted Award for Outstanding Presentation“ ausgezeichnet. Aus mehr als 130 Einreichungen ging der Studierendenbeitrag von UMIT-Mitarbeiterin Christina Kurzthaler, MSc, auf der europäischen Tagung der Society of Medical Decision Making (SMDM) in Antwerpen als Sieger hervor.

Ihre statistisch-mathematische Arbeit im Bereich Entscheidungsanalyse / Health Technology Assessment (HTA) trug den Titel: “Combining Markov states: A comparison of analytical and heuristic methods for deriving the hazard rates of a collapsed Markov state.” Thema der Präsentation war der methodische Vergleich analytischer und heuristischer Methoden zur Beschreibung klinisch relevanter Zustände und ihrer exakten Formulierung in einem entscheidungsanalytischen Modell für Hepatitis C, welches am Institut für Public Health, Medical Decision Making und HTA der UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik entwickelt wurde.

Die Preisträgerin zeigte sich in einer ersten Stellungnahme überglücklich: „Ich freue mich sehr über den Preis und bin stolz darauf, dass ein methodisches Thema damit ausgezeichnet wurde. Besonders anregend waren die Diskussionen mit dem multidisziplinären Projektteam und nun bin schon gespannt auf den SMDM-Kongress in Miami, zu dem ich anlässlich meines Preises eingeladen wurde.“
„Nach der Auszeichnung auf der internationalen HTAi-Tagung ist dies bereits der zweite Preis für ein „best paper“ auf einer internationalen Tagung, der in diesem Jahr an Mitarbeiterinnen des Departments für Public Health und HTA an der UMIT geht“, freut sich auch Departmentleiter Prof. Dr. Uwe Siebert, MPH, MSc ,ScD, über die internationale Anerkennung, die seinem Forscherteam zuteil wird. 

July 12, 2014
Biomarker kritisch betrachtet – Preis für heimische Forscher

Internationale Anerkennung wurde vor kurzem einem Tiroler Forscherteam zuteil, das der UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol, dem Oncotyrol-Center for Personalized Cancer Medicine in Innsbruck, und dem Center for Health Decision Science der Harvard School of Public Health, USA, angehört.

Auf dem größten internationalen Kongress für Health Technology Assessment, der HTAi in Washington, D.C., wurde das Poster der Gruppe mit dem ersten Preis für hervorragende wissenschaftliche Forschungsleistung ausgezeichnet. Die Arbeit mit dem Titel “Systematic Review of the Clinical Effectiveness of Biomarkers as Cancer Screening Test Offered as Self-Pay Healthcare Service” beschäftigt sich mit dem Patientennutzen von individuell zu bezahlenden Vorsorgeuntersuchungen im Krebsbereich.

Die Autoren – Agnes Luzak, Petra Schnell-Inderst, Stefanie Bühn, Anja Mayer-Zitarosa und Uwe Siebert – zogen in ihrer vergleichenden Studie teils beunruhigende Schlüsse. „Das gesteigerte Interesse an individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) führt oft zur Anwendung von Biomarker-Tests ohne notwendige medizinische Indikation. Dabei kommen immer wieder falsch-positive Resultate vor, die zu fehlerhafter Diagnose und Behandlung führen und dadurch dem Patienten/der Patientin mehr schaden als nutzen“, fasst Dr. Petra Schnell-Inderst zusammen, die den Preis stellvertretend für die Autorengruppen entgegennahm. Daher lautet die Empfehlung der Forschergruppe an mündige Patienten, „nicht wahllos Screenings und Labortests in Anspruch zu nehmen, sondern zuerst umfassende Informationen über den erwiesenen Nutzen und die Unsicherheiten der Testergebnisse für Biomarker einzuholen.“ ergänzt Prof. Dr. Uwe Siebert. 

April 7, 2014
Internationaler Zertifikatskurs bildet HTA-Experten aus

Mit dem zukunftsweisenden Forschungsfeld des Health Technology Assessments, kurz HTA, setzten sich die Teilnehmer eines Zertifikatskurses an der UMIT – Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik in Hall in Tirol auseinander. Der Kurs „Introduction to Health Technology Assessment“ ist Teil des in Europa einzigartigen „International Continuing Education Program in HTA & Decision Science (HTADS)“, das aus fünf separat belegbaren Zertifikatskursen und dem internationalen englischsprachigen Doktoratsprogramm in HTA besteht.

Vom 2. bis 5.April 2014 tauchten 30 Interessierte aus elf Ländern in die Grundlagen und Methoden des Health Technology Assessments ein – einem Prozess zur systematischen Bewertung von medizinischen Technologien, Prozeduren, Hilfsmitteln oder Organisationsstrukturen, der evidenzbasierte Empfehlungen zu gesundheitsspezifischen Interventionen formuliert. Untersucht werden dabei Kriterien wie Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten, jeweils unter Berücksichtigung sozialer, rechtlicher, wirtschaftlicher und ethischer Aspekte.

Das internationale Kurspublikum – die Teilnehmer stammten aus Österreich, Deutschland, Schweiz, Belgien, Bulgarien, Rumänien, Frankreich, Serbien, Albanien, Mazedonien und Indien – vertiefte sein Wissen mithilfe hochkarätig besetzter Vorträge, Fallanalysen, interaktiver Diskussionen und angewandter Computersessions.

Infos über dieses in Europa einzigartige Programm finden sich unter: www.umit.at/htads

March 31, 2014
UMIT-Forscher präsentieren Screening-Modell beim Kongress für Evidenbasierte Medizin

Zur 15. Jahrestagung des Deutschen Netzwerks für Evidenzbasierte Medizin versammelten sich Mitte März rund 350 EbM-Interessierte in Halle an der Saale, um sich mit dem Schwerpunktthema „Prävention zwischen Evidenz und Eminenz“ zu befassen. Mit dabei waren auch zwei Forscher des Departments für Public Health und HTA der UMIT, die beim Symposium die internationale Fachwelt begeisterten.

In der offiziellen Pressemeldung hieß es dazu: „Uwe Siebert und Gaby Sroczynski von der Universität Hall in Tirol spielten anhand einer Modellrechnung 18 verschiedene Strategien zur Gebärmutterhalsfrüherkennung durch. Auf diese hohe Zahl an Varianten kamen sie spielend, indem sie die beiden Untersuchungen Pap-Test und HPV-Test mit verschiedenen Startzeitpunkten und Screeningintervallen kombinierten. Die HPV-Impfung als weitere relevante Größe berücksichtigten sie dabei noch nicht einmal. Das Ergebnis der Modellrechnungen: Das derzeit in Deutschland angebotene Screening mit jährlichem Pap-Test ab 20 Jahren schnitt deutlich schlechter ab als viele andere Strategien. […] Siebert wies jedoch auf die vielen Unsicherheiten hin, die dem Modell zugrunde lägen. Immerhin erlaube ihre Berechnungen die Aussage, welche Strategie sich intensiver zu erforschen lohne.“
Zur gesamten Kongress-Nachlese geht’s hier.

February 2, 2014
Winter School in Clinical Epidemiology with international audience

Internationally well known Professor Albert Hofman (Chair, Dept. of Epidemiology, Erasmus University Center Rotterdam) and Professor Uwe Siebert (Chair, Dept. of Public Health and Health Technology Assessment, UMIT) teached theoretical prinicples of clinicial epidemiology and their application in modern health care research to an international audience.

12 students from the ERAWEB academic exchange program welcomed the chance to learn more about Epidemiology. 

Archive of Selected Events